Spielzeug-, Papiertheater- und Marionettensammlung

Papiertheatersammlung

Die kleinen Papiertheater entstanden seit der Biedermeierzeit, anfangs des 19. Jahrhunderts, und konnten von jedermann als Bastelbogen erworben werden. Diese Bastelsets bestanden aus den stückbezogenen Protagonisten, Requisiten, Kulissen und, ganz wichtig: dem Textbuch. Nach Ausschneiden und Zusammenbau konnte das entsprechende Theaterstück im Kreise der Familie oder Freunden "auf dem Wohnzimmertisch" gespielt werden. Mitte des 19. Jahrhunderts erfreute sich "Der Freischütz" als beliebteste Papiertheaterinszenierung im häuslichen Gebrauch.

Diese Papiertheater waren ein wahrer Renner, in Deutschland gab es über 30 Verlage, die ausschließlich diese Bastelbogen herstellten und vertrieben. Neben dem pädagogischen Wert der Volksbildung wurde damit auch eine bessere Verbreitung der Theaterstoffe erreicht. Sicherlich dienten sie in der Zeit, ebenso wie das Besitzen von Büchern, auch der Hebung des eigenen Sozialprestiges. Zum Ende des Jahrhunderts wurden diese Papierbühnen immer kleiner und wurden zu Guckkästchen. Die dienten nicht mehr dem Spiel, sondern waren zum reinen Nippes geworden.

Unsere Papiertheatersammlung soll nicht nur die Sammelleidenschaft unseres Theatergründers dokumentieren, sondern die Bandbreite von "Theater" an sich verdeutlichen: Diese geht vom Privaten, mit Guckkästchen und Papierbühne, zu uns mit Papier- und Marionettentheater, und weiter zu den großen Bühnen in Theater- und Opernhäusern.

Spielzeugsammlung

In einer weiteren Sammlung unserer Räume finden sich Spielsachen aller Art und unterschiedlicher Epochen: Puppenstuben, Blecheisenbahnen Dampfmaschinen, Burgen, Soldaten, Pferde- fuhrwerke,... Dinge, die gestern wie heute die Herzen der Kleinen, aber auch der Großen bewegen und schon so manchem Gast ein "Schau mal, das hatte ich auch!" entlockten.

Zur Sammlung zählen viele kleine Holzspielsachen, wie sie traditionell im Erzgebirge hergestellt werden und Handfiguren für Kasperltheater in den Vitrinen im Flur.

Die Sammlung erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch will Sie ein Museum sein, das Epochen und Entwicklungen in der Spielzeugwelt aufzeigt. Sie soll vielmehr den Besucher zu einer Entdeckungsreise anregen und ihn neben dem Theatererlebnis zusätzlich aus seinen Alltagsgedanken herauslösen.

Marionettensammlung

In einem Marionettentheater sollte sie nicht fehlen: eine Sammlung von Marionetten, zum Teil historische, aber unterschiedlichster Herkunft und Größe: solche, die quasi "im Ruhestand", nicht oder nicht mehr im Spielbetrieb verwendet werden, und andere, die im Laufe der Zeit gezielt erworben oder eher zufällig hier Heimat gefunden haben.
Im Salon versammelt sich die komplette Marionetten - Besetzung zu "Don Juan und der steinerne Gast" für ein größeres Saaltheater. Für diese Puppen ist auch eine passende, entsprechend größere Bühne im Besitz des Theaters.

Auch diese Sammlung wurde von unserem Theatergründer Klaus Loose zusammengetragen. Sie gewährt einen kleinen Einblick in die unterschiedliche Gestaltung von Marionetten und ermöglicht dem Gast, diese aus direkter Nähe zu betrachten.